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6. September 2010

Zukünftig keine Vorfinanzierung von Schiffsbeteiligungen durch Banken?

Banken sind nicht länger bereit, bei der Schiffsfinanzierung von Frachtern in Vorleistung zu gehen
Financial Times Deutschland berichtet am 6.9.2010, dass die Vorfinanzierung von Schiffsbeteiligungen nach bisherigem System keine Zukunft mehr hat: "Bei neuen Bestellungen wollen die Banken zuerst das Eigenkapital sehen", sagte Klaus Stoltenberg auf dem Ship Finance Forum. Er ist Leiter Schiffs- und Flugzeugfinanzierung der Nord/LB. Auch bei vermieteten Schiffen wollen die Institute nun zusätzliche Sicherheiten wie den direkten Zugriff auf Charterzahlungen, um sich gegen Schieflagen von Fonds und Reedereien zukünftig besser abzusichern.

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Vorfinanzierungen für Schiffsbeteiligungen werden auf Eis gelegt

Hintergrund
Ein Großteil der bislang von Reedern bestellten Schiffe wurde über Schiffsfonds finanziert. Anleger stellten dabei das Eigenkapital von 30 bis 50 Prozent des Schiffswertes zur Verfügung, Banken finanzierten den übrigen Teil per Schiffshypothek. So wurde Deutschland zu einem der führenden Schifffahrtsstandorte. Da das Eigenkapital üblicherweise erst nach der Bestellung des Frachters mittels Schiffsbeteiligungen eingesammelt wurde, finanzierten die Banken es mittels Garantien der Emissionshäuser vor. In der Krise traten die Anleger in einen Käuferstreik, zugleich konnten viele Emissionshäuser ihre Garantien gegenüber den Banken nicht mehr erfüllen.

Konsequenzen
Diese Vorfinanzierung der Banken soll nun wegfallen und das Eigenkapital muss zuerst eingeworben werden. Alexander Betz, Vorstand von MPC Capital meinte, das werde nicht funktionieren, "Vielleicht müssen wir auch die vorab anfallenden Kosten reduzieren." Für die Reeder fällt ein wichtiger Finanzierer weg: Die bislang weltgrößte Schiffsbank HSH Nordbank wird kein Neugeschäft mehr anbeiten. "Unsere Bank hat noch Finanzierungszusagen von 4 Mrd. Euro in den Büchern" sagte HSH-Vorstandsmitglied Torsten Temp in der Diskussionsrunde des Ship Finance Forum. "Wir hätten gerne weniger." Experten der Branche befürchten, dass das deutsche System der Schiffsfinanzierung über geschlossene Fonds stark an Bedeutung verlieren wird.

Quelle und ausführlicher Artikel:

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